Naturschutz-Beschluss in Rom: Grund zum Hoffen, Grund zum Feiern
Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Eine davon kam kürzlich aus Rom: Die Vielfalt des Lebens wird gestärkt. Vertreter fast aller Staaten der Erde setzten dort am Sitz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen die vor drei Monaten in Kolumbien unterbrochene Weltnaturkonferenz fort. Vereint brachten sie diese zu einem guten Ende – oder genauer, zu einem guten Ausgangspunkt, um die Grundlagen allen Lebens zu sichern und wiederherzustellen.

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In Rom haben die 196 Länder, die das Weltnaturabkommen unterzeichnet haben, sich darauf verständigt, wie international der Erhalt und Ausbau die biologische Vielfalt finanziert und wie die Umsetzung der vereinbarten Ziele überprüft werden kann.
Der Weg zu einem Leben in Harmonie mit der Natur ist also möglich. Es hängt an uns, dass wir ihn über alle Grenzen hinweg wirklich konsequent einschlagen. Wenn Delegierte von 196 Staaten der Erde sich einigen können, dann können wir das hierzulande auch.

Johannes Vogel ist Botaniker, Generaldirektor des Museums für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung und Professor an der Humboldt-Universität. In dieser Kolumne schreibt er im Wechsel mit Jutta Allmendinger, Baris Ünal und Jule Specht zu Hochschul- und Wissenschaftsthemen.
Laut der Beschlüsse in Rom soll in den nächsten fünf Jahren ein Drittel des Planeten unter wirksamen Schutz gestellt, große Flächen sollen zusätzlich ökologisch saniert, die weitere Ausbreitung von invasiven Pflanzen und Tiere eingedämmt werden. Zudem sollen Artenhilfsprogramme aufgelegt und die Jagd und Fischerei besser reguliert werden.
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Das nötige Geld dafür wird aus längst überfälligen Umschichtung in Haushalten bereitgestellt: weg von oft sinnverdrehten naturschädlichen Subventionen, hin zu Anreizen zum Schutz der Natur. Zusätzlich sollen private und öffentliche Mittel – auch in Partnerschaft wie beim Legacy-Landscape Fund der Bundesregierung – bereitgestellt werden. Reiche Staaten sollen ärmere direkt unterstützen. Anders als beim vorherigen Gipfel in Kolumbien gibt es also echte Fortschritte.
Diese Einigung ist ein starkes und ermutigendes Signal in diesen Zeiten. Darauf sollten wir alle unseren Blick, unsere Hoffnung und unser Handeln richten. Trotz der betrüblichen Weltlage dürfen wir das Wichtigste nicht aus den Augen verlieren: Der Mensch ist Teil der Natur. Sie schenkt ihm seine Zukunft. Nehmen wir dieses Geschenk an und beuten sie nicht weiter aus. Auch die nächste Bundesregierung muss jetzt dafür die Weichen stellen.